Kritik an der Justiz
 
Rechtsanwalt Dr. Junghuber hat in der Vergangenheit wiederholt - teils auch öffentlich - Kritik an verschiedenen Misständen im Bereich der Justiz - geübt.

Diese Kritik betraf und betrifft vor allem nachstehende Punkte:

- Verzögerungen bei Verhandlungsterminen (von der Einbringung der Klage bis zur ersten Verhandlung vergehen teilweise mehrere Monate)

- Verzögerungen bei der Übermittlung von Verhandlungsprotokollen, Urteilen und anderen Schriftstücken (mindestens vier Wochen bis zu mehreren Monaten)

- Sehr häufig keine Verhandlungssäle - Häufiger Richterwechsel (Höhepunkt : 5 verschiedene Richter in einem einzigen Scheidungsverfahren in nicht einmal einem Jahr)

- Zu wenig Sorgfalt bei der Auswahl der Familienrichter

Die Besonderheiten der österreichischen Bürokratie bringen es mit sich, dass die jeweilige Verantwortlichkeit für diese Missstände von einem auf den anderen geschoben wird (Gerichtsvorsteher / Personalsenat / Justizverwaltung / Präsident des Oberlandesgerichtes Linz / Justizministerium).

Eine weitere Besonderheit liegt allerdings auch darin, dass gerade die familienrechtlichen Abteilungen auf Grund der speziellen Anforderungen in juristischer und psychischer Hinsicht bei Richtern "wenig begehrt" sind.

Jedem Rechtssuchenden sollte daher bewusst sein - dass trotz verstärktem anwaltlichem Engagement - ein Scheidungsverfahren (Ausnahme: einvernehmliche Scheidung) schon allein durch bürokratische Umstände länger als allgemein erhofft, dauern kann.